Abschied nehmen

In vier Tagen verlasse ich Thailand.. ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin völlig hin und hergerissen zwischen Vorfreude und Traurigkeit und das wird wohl bis zum Abflug am Samstag so weitergehen.

Da ich das ganze Jahr über recht ausführlich berichtet habe, halte ich nun einen kleinen Abschiedseintrag für angebracht. Allerdings bin ich mitten im Pack- und Abschiedsstress, weshalb dieser Text vermutlich weder lang noch schön werden wird- eigentlich nicht schlimm, da ich euch von den aktuellen Ereignissen sowieso lieber persönlich berichten möchte 🙂

 

Der Abschied in der Schule und im Kindergarten lief Etappenweise und etwas konfus ab, da plötzlich viele meiner letzten Stunden mit den Klassen ausfielen und wir auf einmal gebeten wurden, in dieser Woche, die wir eigentlich frei bekommen hatten, noch einmal zu kommen.

Nach der kleinen Abschiedsfeier besuchte ich letzte Woche Mittwoch auf Grund eines weiteren buddhistischen Feiertags noch mit meinen Kindergarten-Kindern einen großen Tempel in Mae Sai.

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Nach dem Ausflug stand dann der Abschied an. Nachdem ich morgens beim Anblick der süßen, spielenden Kinder weinen musste, lachte ich mit den Kindern, während sich diese von mir verabschiedeten- sie mir waiten und mich kichernd und unbeholfen umarmten. In diesem Hinblick konnte ich mich der Thai Kultur wirklich nicht anpassen- ich finde es einfach nicht befriedigend, mich mit einem Wai, dem Aneinanderlegen der Handflächen auf Brusthöhe, womöglich für immer von jemandem, den ich wirklich gerne mag, zu verabschieden. Deshalb freute ich mich so sehr, als meine liebe Kindergartenlehrerin Khru One mich von sich aus umarmte- und musste doch auch weinen.

Am Donnerstag ging ich dann mit meinen Drittklässlern in den Tempel 🙂

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Erst heute verabschiedete ich mich wirklich von den Lehrern und Schülern an der Schule und hielt beim Morgenappell eine kurze Rede auf Thai, um mich zu bedanken und zu verabschieden. Dann lief ich durch meine Klassen, schenkte den Kindern Kekse und Winnie-Pooh Stifte und erhielt mein Zertifikat.

Den Abschied von der WG zögerten wir alle so lange wie möglich heraus- hatten zwei richtig schöne Abschiedsfeiern, weil eine einfach nicht genug war und verbrachten in den letzten Wochen sehr viel Zeit zusammen auf dem Gemeinschaftsbalkon.

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An diesem Wochenende mussten wir uns schon von vielen Freiwilligen verabschieden, sahen aber auch ein paar wieder, denn Zita, Hannah und ich fuhren zusammen nach Bangkok und feierten auf der Khaosan-Road unseren Weltmeister-Titel.

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Der Abschied von Thailand wird auch richtig schwer werden. Gerade in den letzten Monaten und Wochen habe ich das Gefühl bekommen, dieses Land, die Menschen und die Kultur wirklich zu verstehen: mein Thai ist gut genug, um mich nicht mehr nur zu verständigen, sondern auch zu unterhalten. Ich werde die großen, bunten Märkte, den schrecklichen Geschmack der Thais, das sorglose Rollerfahren, das geniale Thai-Essen, dass ich erst jetzt richtig zu schätzen weiß, die freundlichen Polizisten, die einen selbst nach einer zwölfstündigen nächtlichen Busfahrt bei der Passkontrolle „very beautiful“ nennen, die kitschigen Thai-Schnulzen, die Tempel an jeder Straßenecke, die beliebten Feuerwerkskörper bei Tageslicht, die Plastiktüten in denen ausnahmslos alle Speisen und Getränke transportiert und verkauft werden können, die billigen Preise, das Pick-Up Fahren, die vielen Straßenstände und noch so viel mehr vermissen.

Einer der schwersten Abschiede wird wohl der von meiner Zimmerpartnerin und neu gewonnen, sehr guten Freundin sein. Als ich mit Hannah ins Zimmer kam, kannte ich sie noch überhaupt nicht- konnte mich nicht einmal daran erinnern, sie beim Vorbereitungsseminar gesehen zu haben. Nie hätte ich gedacht, dass wir uns so gleichen und ergänzen würden und wir selbst nach zwölf Monaten des ständigen Quatschens und Kicherns noch etwas zu besprechen und lachen haben würden 🙂

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Nun gehe ich mal nach Hause in die WG- so lange sie noch mein zu Hause ist..

 

Super liebe Grüße und bis ganz ganz bald,

Eure Kathai 🙂

พูดภาษาไทย

Nun habt ihr so lange auf den letzten Eintrag warten müssen- das wollte ich euch nicht wieder antun 😉 Da wahrscheinlich nur noch zwei Einträge bis zum Abflug folgen werden, mute ich euch diesen kleinen Text nun auch mal an einem Wochentag zu 🙂

Wahrscheinlich sollte ich heute etwas müder sein, nachdem ich mir für drei Uhr nachts einen Wecker stellen und dieses sehr anstrengende Spiel gegen Argentinien mit lästiger Verlängerung schauen musste.. als ich um halb sechs wieder hoch ins Zimmer ging, um noch die letzte Stunde Schlaf auszunutzen war es schon taghell und unsere zwei Küchen-Ratten, die das Spiel über sehr aktiv zwischen unseren Stühlen herumgerannt waren, hatten sich bereits schlafen gelegt.

Dennoch raffe ich mich jetzt mal auf und berichte euch kurz und bündig von meinem Ausflug am Wochenende und der kleinen Überraschungs-Abschiedsfeier in der Schule:

Am Samstag um halb eins kam Fai wie immer pünktlich mit einer halben Stunde Verspätung zu mir in die WG. Wir quatschten über dies und das bis ihre Mutter (die liebenswürdige Khru One aus dem Kindergarten), deren bester Freund und dessen Sohn mit scharf gewürzten Nudeln zum Mittagessen zu uns stießen, welche wir im peinlicherweise ziemlich verdreckten Gemeinschaftsbereich zu uns nahmen. Zu fünft fuhren wir im Auto mit Hello-Kitty Sitzbezügen nach Chiang Rai

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und kauften auf dem Weg noch köstliche Kokosmilch. Unser erster Halt war die Bunrot Farm- eine kleine Gartenanlage, die zum Produktionsgelände der Singha-Firma (ganz gutes Bier und ekliges Wasser) gehört. Schnell machten wir ein Bild vor dem berühmten Singha-Löwen,

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flüchteten uns vor einem heftigen Regenschauer unter die Terrasse eines Kaffees und machten dann noch ein paar Bilder bei einem schönen blumigen Hügel mit Windrädern und Fähnchen.

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Als nächstes fuhren wir zum weißen Tempel, von dem wir Freiwillige ja alle gedacht hatten, er sei geschlossen- war er dann aber doch nicht. Vorm Eingang gab es einen Fleisch-Stick für alle, dann schaute ich mir zum dritten mal den sehr schönen Tempel an, dessen Dachziegel und Spitzen teilweise etwas unter dem Erdbeben gelitten hatten.

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Um den Schaden zu begutachten, war an diesem Tag auch der wirklich begabte Designer und Erbauer dieses noch unfertigen Wahrzeichen Chiang Rais vor Ort. Er ist vor allem bei den Thais, aber auch bei Touristen sehr beliebt, weshalb er von einer großen Traube Thais und Japaner umringt war, mich aber zu sich winkte, um lieber ein Bild mit einer Westlerin zu machen.. haha 🙂

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Nach einem Gruppenfoto

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und nachdem man sich für die zehn-minütige Fahrt noch getrocknete Schweinehaut-Chips gekauft hatte, fuhren wir zum Abendessen. Das Barbecue war sehr lecker und trotzdem aß ich nur so viel, wie ich konnte, und war somit die Einzige, die nicht mit Bauchschmerzen ins Auto stieg 🙂

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Unser letzter Stop war der Nachtmarkt Chiang Rais. Hier schlenderte ich mit Fai die Stände entlang und kaufte uns beiden einen Fruit-Shake.

Nachdem ich den ganzen Tag lang fast nur Thai gesprochen hatte, da Fai die Einzige war, die ein wenig Englisch sprach, waren alle auf der Rückfahrt besonders Neugierig, was man denn in Deutschland für Verkehrsmittel hat, wann die deutsche Uni beginnt und worin sich Italiener und Franzosen unterscheiden. Ob der späten Stunde musste ich mich sehr konzentrieren war aber trotzdem unglaublich dankbar für die Gelegenheit, mein Thai noch einmal so nützlich anzuwenden.

Um kurz vor elf kam ich schließlich zu Hause an und bedankte mich für einen sehr sehr schönen, unterhaltsamen Tag 🙂

Nach einem entspannten Sonntag und einem sehr anstrengenden Montag mit extrem aufgedrehten, lauten Klassen hatte ich heute einen sehr netten Tag im Kindergarten und wurde plötzlich von der Ankündigung eines heute stattfindenden Abschiedsessens überrumpelt. Die kleine Feier fand während des Mittagessens im Versammlungszimmer statt. Es gab allerlei Thai Spezialitäten und aus Angst, wir könnten diese nicht essen, noch einen Teller mit indischem Curry-Reis und Huhn für uns Ausländer- beides sehr lecker 🙂

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Der Schulleiter überreichte uns ein Geschenk: ein viel zu großes Mae Sai T-Shirt und eine wirklich süße, eingerahmte Collage mit den Bildern von mir aus der Schule und dem Kindergarten, die Khru Kung Weng in den letzten Tagen gemacht hatte.

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Dann kamen die Kindergartenlehrerinnen nach vorne und schenkten uns noch je eine Tasche und ein weiteres viel zu großes Mae Sai T-Shirt.

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Dann durften wir eine kurze Rede halten- wenn möglich auch auf Thai. Das übernahm ich und blamierte mich glaube ich gar nicht so sehr 😉

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So viel zum letzten Blogeintrag der 19-jährigen Kathai..

Bis bald mal wieder 🙂

Aus Dankbarkeit, Melancholie und Euphorie

Es ist nun schon ein Weilchen vergangen, seit meinem letzten Blogeintrag, was damit zusammenhängt, dass in letzter Zeit wirklich nicht so viel Außergewöhnliches passiert ist. Der Mae Sai Alltag hat mich voll im Griff, wie auch die melancholische Abschiedsstimmung, die überall in der Schule und in der WG herrscht. Es verbleiben noch neun Schultage, Benni und ich hatten vor ein paar Tagen unsere letzte Thai Stunde mit unserer Lehrerin Fatima,

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wir haben noch zwei Wochen mit der ganzen WG und drei Wochen in Mae Sai.

In der Schule fragen mich die Kinder nun täglich, wann ich denn gehen müsse und seit neustem auch, warum überhaupt. Die für uns zuständige Lehrerin Khru Kung Weng macht jetzt oft Bilder von uns im Unterricht oder mit Lehrerkräften.

Letzte Woche besuchte Hannah mich in meiner Grundschulklasse 3/1, in der viele besonders liebenswürdige Kinder sind und machte ein paar Bilder. Auf diesen erkennt ihr auch gleich, an welchem Wochentag wir uns befinden: Neuerdings müssen nämlich immer Donnerstags alle Schüler und Lehrkräfte unserer Schule (bei den anderen ist das nicht der Fall) ganz in weiß gekleidet sein. Wie ihr auch sehen könnt, schummel ich mich trotzdem immer mit meinem schwarzen Rock durch 😉

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Im Kindergarten fühle ich mich in diesen letzten Wochen wirklich gut aufgehoben, da ich immer besser Thai kann und mich so mit den Lehrerinnen und Assistenten unterhalten kann, was essentiell ist, da die meisten kaum ein Wort Englisch sprechen. Mit der Assistentin U, die leider am Montag die Schule verlässt und mit der Lehrerin meiner Anuban 2/2 Khru One verstehe ich mich am besten. Khru One bringt oft zwei Portionen Frühstück (verschiedene Curries, Fleischstückchen und eine Menge Reis) und verschiedenes Obst mit und wir essen zusammen, reden und unterrichten abwechselnd. Die Kindergartenkinder der 2/2, die ich in dieser Zusammenstellung ja erst seit Beginn des neuen Schuljahres im Mai kenne, sind mir schon sehr ans Herz gewachsen.

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Selbstverständlich gehören zum Schul- und Kindergartenalltag, wie ihr im Laufe des Jahres sicher bemerkt habt, auch Feste und Ausflüge- darum kann ich auch wieder von beidem berichten:

Ein Tag, um die Lehrer zu ehren (wanwaikhru) fand sowohl in der Schule

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als auch im Kindergarten

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statt und war wenig spannend, da bei der Zeremonie eigentlich nur der Schulleiter im Vordergrund stand.

Diese Woche machte ich mit zwei meiner dritten Klassen einen Ausflug in den Tam Luang National Park und zum Khun Nam Nang Non See. Da ich das Ziel unseres Ausflugs erst an dem Tag erfuhr, war ich mit meinem Schulrock und den Ballerinas natürlich ideal für die Erkundung schlammiger Höhlen gekleidet. Allerdings besichtigten wir nicht, wie ich mit meinen Freunden letzten Herbst die weit abgelegenen Höhlen (die in den Badeschlappen, die ich damals trug, auch nicht leicht zu erschließen waren), sondern eine kleine Buddha-Höhle, die ich bei unserem letzten Ausflug gar nicht entdeckt hatte und die Haupthöhle Tam Luang, welche jedoch ziemlich überflutet war.

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Unser zweites Ziel war dann Mae Sais Badesee, wo wir uns zunächst zu einem typischen Thai-Schulausflugs-Mittagessen mit Sticky Rice, Hähnchenschenkeln, Gurken, Kohl, Schweinhaut-Chips und Chilli-Paste, zusammensetzten

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und dann die Kinder in ihrer Sportkleidung im Wasser spielen durften- einige Jungs badeten aber lieber in Unterwäsche 🙂

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Da es ziemlich heiß war und die Kinder mich dazu einluden, gesellte ich mich zu ihnen ins Wasser und sammelte mit ihnen ein paar Muscheln, die ich bei meinen Besuchen mit den anderen Freiwilligen hier noch gar nicht entdeckt hatte.

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Zum Schluss noch kurz zu unserer Abend, bzw. Nacht-Beschäftigung: WM schauen 🙂

Asiatische Fußballfans haben es wirklich nicht leicht müssen wir feststellen.. die Spiele werden um elf Uhr Abends, zwei Uhr Nachts und fünf Uhr morgens übertragen.. Zum Glück fand nur das Spiel am Wochenende um zwei Uhr statt und die beiden unter der Woche um elf. Leider ändert sich das nächste Woche.

Die Spiele auf einem winzigen, etwas unscharfen Bildschirm, auf dem man Spielstand und Zeit nur mutmaßen kann, bei uns in der WG zu schauen, in den Pausen die grauenvolle Thai Werbung ertragen zu müssen, das Slang-Thai der Kommentatoren kaum zu verstehen und während des Vergnügens von dutzenden Mücken, Kakerlaken und gelegentlich einer Ratte besucht zu werden, ist schon ein Erlebnis. Die Stimmung ist trotzdem toll und fast alle um einen herum tragen wie man selbst das aktuelle Deutschland Trikot und fast alle haben es als Fälschung in Myanmar erstanden.

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Da auch meine Thai Lehrerin Fatima und die Kindergartenlehrerin Khru One die Spiele mitverfolgen, habe ich auch Gelegenheit, meinen kleinen Fußball-spezifischen Thai Wortschatz anzuwenden 🙂

Gestern durfte ich mein Thai sogar zehn Stunden lang anwenden, denn ich machte einen sehr schönen und sehr langen Ausflug mit Fai (der Thai, mit der ich damals den Ausflug zur Tee-Plantage gemacht habe), ihrer Mutter, deren Kumpel und dessen Neffen. Darüber erzähle ich dann bald mal, denn ich hatte heute keine Zeit davon zu schreiben, da ich bei heftigem Regen bei einem Marktstand festsaß.

Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche,

ganz ganz liebe Grüße aus Thailands schönem Norden,

Eure Kathai 🙂

 

Zwischen Mae Sai und Chiang Mai

Inzwischen bin ich schon wieder ganz im Arbeitsalltag, wenn man das so nennen darf 😉

Im Kindergarten darf ich jetzt immer unterrichten und mein Thai anwenden, in dem ich mich mit der immer noch sehr netten Lehrerin, mit der ich in der Klasse bin, über alles mögliche unterhalte.

Diese Woche wiederholte ich mit den Kindern nochmal das ABC:

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In der Schule bringe ich jetzt meinen dritten Klassen die Namen und Flaggen der zehn ASEAN (ein südostasiatischer Verband, der den Thais sehr am Herzen liegt) -Mitgliedsländer bei, die ich seit dem auch selbst kenne 😉

Mit meiner vierten Klasse habe ich jetzt die Emotions durchgenommen, womit sie sich erstaunlicherweise sehr schwer tun. Beim Pantomime-Spielen bereitet ihnen vor allem „sad“ große Schwierigkeiten,

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während „surprised“ schon ziemlich gut gelingt..

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Meine eine Freistunde verbringe ich im Lehrerzimmer, korrigiere die Hefte meiner Drittklässler und habe währenddessen die ganze Zeit einen Ventilator auf meine Beine gerichtet, damit diese nicht noch weiter von Mücken attackiert werden. IMG_7168

Nachmittags lerne ich immer noch täglich eine Stunde Thai, um meinen Kopf ein wenig fit zu halten 😉 Das Fahrradfahren in der inzwischen wirklich unerträglichen Mittagshitze ist allerdings wirklich anstrengend- die Alternative ist allerdings, in einen Hitzegewitter zu geraten, wie es neulich der Fall war. Diese Schauer gibt es jetzt in der Regenzeit eigentlich wieder jeden Nachmittag und sind auch sehr wünschenswert, da sie die Temperaturen deutlich senken. Sie sind allerdings auch so stark, dass ich auf meinem Fahrrad binnen Sekunden völlig durchnässt war und fast nichts mehr sehen konnte. Zum Glück war es nicht mehr weit bis zur Thai-Schule und so hielt ich nicht einfach, wie viele Motorradfahrer mitten auf der Spur unter einer Brücke an, um nicht noch nasser zu werden.

Unseren Kurztrip nach Chiang Mai hatte ich ja schon im letzten Blogeintrag angekündigt und fasse ich jetzt mal ausnahmsweise ganz kurz zusammen: Am letzten Wochenende fuhren wir in die größte Stadt des Nordens, die wir bisher erst einmal beim Loy Krathong Fest im Herbst besucht hatten.

Bei unglaublicher Hitze liefen wir durch die Stadt und gönnten uns Fruitshakes und eine gebackene Banane während wir einige der wichtigsten Tempel besichtigten. Noch nie habe ich einen so großen Tempel, wie den Haupttempel Chiang Mais gesehen- nicht einmal in Bangkok- und selten habe ich miterlebt, wie so viele Gläubige die vielen glückbringenden Traditionen ihrer Religion ausübten. Sie gossen Wasser über eine Buddha-Figur,

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klebten Blattgold an die nächste, spendeten dem Buddha ihres Wochentages Geld, erstanden von Mönchen ein Amulett, hängten ein Fähnchen in ihrer Tages-Glücksfarbe und mit ihrem Tierkreiszeichen auf, brachten Körbe voll mit Blumen und Weihrauchstäbchen in den Tempel

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und warfen der Reihe nach je eine Münze in zwanzig Blech-Schälchen.

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Ein anderer, schöner, zweistöckiger Tempel stach auch durch die vielen lustigen Tier-Figuren und echten Tiere (Hühner, Katzen und Hunde) auf seinem hübsch angelegten Gelände heraus.

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Ein weiterer schöner Stopp, war ein schon etwas verwilderter Terrakotta-Garten mit vielen religiösen und mystischen Figuren.

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Nachmittags begann es zu regnen und so flüchteten wir zum glücklicherweise größtenteils überdachten, riesigen Nachtmarkt, wo wir noch das ein oder andere Souvenir erstanden.

Auf der Rückfahrt, die Hannah und mir leider ziemlich auf den Magen schlug, fuhren wir durch Chiang Rai und am weißen Tempel vorbei. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass diese wunderschöne Hauptattraktion der Stadt bei dem Erdbeben vor ein paar Wochen stark beschädigt worden war- das sah man sogar aus ziemlicher Entfernung aus dem Bus heraus- eine seiner Spitzen hängt abgeknickt völlig schief am Dach..

Für dieses Wochenende ist noch nichts geplant, worüber ich mich sehr freue, da an den beiden darauffolgenden Wochenenden Geburtstagsfeiern in Chiang Rai anstehen und uns ja jetzt gar nicht mehr so viel Zeit hier in Mae Sai bleibt.. kaum mehr als sechs Wochen, dann geht es schon wieder nach Hause!

Ganz ganz liebe Grüße,

Eure Kathai 😀

 

 

 

Drei Länder, drei Wochen, drei Freunde

Endlich ist es so weit: ich kann diesen ziemlich langen Eintrag zu unserem Urlaub veröffentlichen 🙂

Von jetzt an kommen nur noch ein paar kürzere Beiträge, denn so viel steht in den letzten Wochen nicht mehr auf dem Programm.

Allerdings kann ich nicht direkt anfangen, da ihr bestimmt alle kurz hören wollt, wie es mir nun in der verfassungsfreien Militär-Diktatur so geht 😉

Sorgen muss sich bis jetzt auf jeden Fall niemand machen. Als wir vom Putsch erfuhren, herrschte ziemliches Chaos in der WG, da wir alle gespannt waren, ob wir nun mal etwas von der kritischen Lage mitbekommen würden. Tatsächlich wurden zunächst alle Fernseh- und Radiosender vom Militär übernommen und strahlten nur noch Ansprachen des Militärs aus, am Folgetag wurden alle öffentlichen Gebäude und Schulen geschlossen (verlängertes Wochenende!) und dann wurden ein Versammlungsverbot und eine Ausgangssperre zwischen 22:00 und 05:00 verhängt. All dies erfuhren wir von Lehrerinnen, mit denen wir in Kontakt stehen. Meine Thai Lehrerin erzählte mir auch, dass die Ausgangssperre vor allem die Frauen nicht stört, da sie von einem sehr gutaussehenden Soldaten, der auch die Hauptrolle in einem beliebten thailändischen Film spielt, verkündet wurde. Zu Ausschreitungen könne es hier eigentlich nicht kommen- man könne sich nur vorstellen, sich den Regeln zu widersetzen, um so einen netten Soldaten kennenzulernen.. typisch Thai! Uns Freiwillige störte die Ausgangssperre am Wochenende schon ein wenig und wir hoffen sehr darauf, dass diese bald und auf jeden Fall vor Beginn der Fußball-WM aufgehoben wird.

 

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema: Der wunderschöne Drei-Länder-Urlaub, den wir uns teilweise ganz anders ausgemalt hatten:

Stress pur! So hatten wir uns das vorgestellt und von allen gesagt bekommen, doch tatsächlich war der Urlaub nicht nur eindrucks- und erlebnisreich, sondern auch ziemlich entspannt.

Insgesamt verbrachten wir um die 127 Stunden in verschiedenen Verkehrsmitteln- vor allem in Bussen, aber auch auf Booten und in TukTuks oder ähnlichen landestypischen, einfachen Gefährten. Das entspricht etwa fünf einhalb Tagen- einem Viertel unseres Urlaubs. Damit verbunden hatte ich geglaubt, einen Großteil des Urlaubs mit dem Kopf über eine Plastiktüte gebeugt zu verbringen, doch auch diese Angst erwies sich als überflüssig. Die Reiseübelkeit verschonte mich natürlich nicht ganz, hielt sich aber erstaunlicherweise trotz der durchgehend sehr schlechten Straßen in Grenzen.

Da wir befürchtet hatten, mit den vielen fremden Währungen nicht so gut klarzukommen und auch das richtige Abheben und Umtauschen gefürchtet hatten, hatten wir uns überlegt, überall in beliebten Dollar zu zahlen. Auch hier hatten wir uns getäuscht- mit einem Währungsrechner und einfachen Formeln war das Umrechnen über Dollar in Euro und schließlich Baht (denn hier in Asien ist der Preis in Baht viel aussagekräftiger als der in westlichen Währungen) kein Problem und wir hatten beim Landeswechsel nie zu viel überschüssiges Geld.

Schließlich hatten wir erwartet, dass es eine Herausforderung werden könnte, überhaupt einmal in einer Unterkunft ein Dreierzimmer zu finden. Tatsächlich bekamen wir immer sofort eines- bis auf in Bangkok.

Nun genug zum Allgemeinen- viel Spaß und Muße beim Lesen.. oder Überfliegen und Bilder anschauen 😉

Hier einmal ungefähr unsere Reiseroute.. die utopischen 73 Stunden könnt ihr aber überlesen 😉

 

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Wie im letzten Eintrag angeschnitten fuhren wir am 26. April nach Chiang Rai und von dort am nächsten Morgen an die Thai-Laotische Grenze. Mit unseren erstaunlich leichten Rucksäcken betraten wir das schöne, menschenleere Grenzgebäude

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und zahlten in unseren umgetauschten Dollar das Visum, welches an diesem Tag noch einen Dollar mehr kostete, da die Beamten am Wochenende mehr Gehalt bekommen.

Die Hauptstadt des 6,6 Millionen Einwohner Landes ist Vientiane und wird auch die hässlichste Hauptstadt der Welt genannt. Die alte Königsstadt Luang Prabang ist dafür umso schöner und das war es dann auch, was wirkliche Städte in diesem Land angeht, das größtenteils aus Natur und Dörfern besteht. Man bezahlt in Laotischen Kip: 10.000 Kip entsprechen einem Euro. Auf laotischem Boden wurden wir dann gleich mit „Sabaidi!“ begrüßt. Etwas irritierend, da dies auf Thai „Mir geht es gut“ bedeutet. Auch die laotische Schrift ähnelt der thailändischen so sehr, dass ich fast alles lesen konnte Nach einer kurzen TukTuk Fahrt (irritierenderweise auf der rechten Straßenseite.. wie sehr man sich schon an den Linksverkehr in Thailand gewöhnt hat!) erreichten wir das Boot, welches uns den Mekong hinunter in Richtung Luang Prabang bringen würde.

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Es war uns als sehr ungemütlich beschrieben worden, war aber eigentlich sehr entspannt,

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wie auch die Fahrt, vor der ich solche Angst gehabt hatte. Das Boot schaukelte kein bisschen und so konnte man gelassen die wunderschöne Landschaft, die Regenwälder, Felsformationen und Sandstrände, die an einem vorbeizogen, bewundern.

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Nach sechs Stunden erreichten wir Pakbäng (Lautschrift 😉 ) einen Ort, der eigentlich nur aus aneinandergereihten Unterkünften für die täglichen Passagiere auf der Durchreise nach Luang Prabang bestand. Wir fanden ein günstiges Dreierzimmer und konnten dank Währungsrechner-App auf dem Handy auch den richtigen Preis in Dollar ermitteln und beweisen. Zu Abend aßen wir ein leckeres Curry mit Sticky Rice- der hier noch viel typischer ist als in Thailand und gleich im Bambusreiskocher serviert wird.

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Die Bootsfahrt am nächsten Tag dauerte noch einmal um die sechs Stunden nach denen wir in einem Dorf in der Nähe von Luang Prabang ankamen, was für große Verwirrung sorgte. Dahinter steckte im Nachhinein wohl die „TukTuk-Maffia“ des Landes, die sich so die paar Dollar für Fahrt in die Stadt sicherte. Hier bekamen wir auch zum ersten mal Lao Kip als Wechselgeld- und wurden sofort über den Tisch gezogen. Wir erhielten alle statt 10,000 Kip nur 1,000, bemerkten den Fehler gleich und forderten den Rest ein 🙂

In Luang Prabang bekamen wir schnell wieder ein Dreierzimmer für 25,000 Kip (etwa 2,55), das viel luxuriöser war, als wir erhofft hatten (obwohl wir trotzdem eine Kakerlake im Zimmer hatten, aber an die hat man sich inzwischen schon überall gewöhnt).

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Abends shoppten wir noch ein wenig auf dem Nachtmarkt, dann gingen wir recht früh ins Bett.
Am nächsten Morgen standen wir nämlich schon um vier Uhr auf um rechtzeitig im Ort zu sein, als die Mönche gefüttert wurden. Da sich auf der Halbinsel Luang Prabangs über dreißig buddhistische Tempel aneinander reihen, lebt hier auch eine unglaubliche Anzahl an Mönchen, die bei Tagesanbruch durch die Straßen zogen und von der lokalen Bevölkerung Sticky Rice bekamen. Diesen Brauch gibt es natürlich auch überall in Thailand und in Mae Sai aber es sind eben nie so viele Mönche auf einmal und ist daher nicht annähernd so schön anzusehen.

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Den verbleibenden Tag verbrachten wir damit, uns einige der hübschen Tempel anzuschauen,

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stiegen auf einen kleinen Berg und genossen die Aussicht auf die Stadt, die Mitten im Regenwald zu liegen scheint. In einer Seitenstraße entdeckten wir außerdem einen kleinen Markt auf dem es gefühlt alles zu kaufen gab.

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Dass Thailand um einiges entwickelter und vermögender ist, merkt man nämlich unter anderem daran, dass man ja dort alle paar Meter einen 7Eleven oder Tesco Lotus findet und es in Laos gar keine Supermärkte gibt.

Beim Beobachten der Leute begeisterten mich die traditionellen laotischen Wickelröcke, die auch zur täglichen Schuluniform der Kinder, zur Arbeitskleidung jeder Bürokraft und der Alltagskleidung jeder einfachen Verkäuferin auf dem Markt gehört. In Thailand tragen eigentlich nur ältere Damen die typischen Thai-Röcke und den Unterschied bemerkte man sofort.

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Was mich außerdem verblüffte, war, wie viele Spuren die Franzosen hier hinterließen: Häuser im kolonialen Stil, französische Hinweisschilder, bilingual französische Schulen (ziemlich sinnlos hier in Asien..)

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und natürlich die Baguettes und Crepes, die man überall kaufen konnte und bei denen wir selbstverständlich gleich zuschlugen.. sehr lecker!

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Abends verließen wir Luang Prabang und fuhren mit dem Schlafbus nach Hanoi.

Dieses Verkehrsmittel war mir zuvor unbekannt- ein Bus mit Zwei-Stock Bett-Sitzen, die sich fast horizontal nach hinten klappen, die oberen sich aber nur etwas aufrecht klappen ließen, sodass man praktisch die ganze Fahrt hindurch lag.

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Da die Strecke in Laos ausschließlich aus Serpentinen bestand, die einen aus dem Bett zu werfen drohten und die sehr unfreundlichen Busfahrer keine Toilettenpause zuließen, wurde die Nacht zur durchwachten Geduldsprobe. Am nächsten Morgen erreichten wir die Grenze zu Vietnam und mussten uns allein den Weg durch den Nebel in das schimmelbefallene Grenzhaus auf vietnamesischer Seite suchen.

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Vietnam ist eine sozialistischer Staat mit 88,8 Millionen Einwohnern und war auf dieser Reise das Land, welches sich eindeutig am meisten von Thailand unterschied. Hier herrscht wie in Laos Rechtsverkehr und der Umrechnungskurs ist noch schockierender: 1 Euro entspricht 30.000 vietnamesischen Dong. Auch dieses Land wurde von den Franzosen kolonialisiert, doch viel größere Spuren hinterließ der Vietnamkrieg (wobei es für mich natürlich unmöglich war zu erkennen, welche Verstümmelung oder Behinderung aus Kriegszeiten oder aus Agent Orange Nachwirkungen resultierte und welche Landstriche kontaminiert oder aus natürlichen Gründen brach lagen). Die Menschen sind zudem nicht ganz so offen und freundlich wie in Thailand und Laos. Fast alle Frauen tragen Schlafanzug-mäßige, blumige Zweiteiler. Die Sprache klingt recht schroff, es wird die lateinische Schrift mit Tonzeichen benutzt.

Die Weiterfahrt war deutlich besser, auch wenn Vietnams Straßennetz uns wie eine gigantische Baustelle vorkam. Auf dieser Strecke musste man einfach die ganze Zeit aus dem Fenster schauen, denn der Anblick der Arbeiter, die mit den typischen spitzen Hüten auf dem Kopf auf Fahrrädern zu ihren Reisfeldern fuhren und diese mit Wasserbüffeln bestellten, erinnerte mich an exotische Fotoreportagen. Ein Highlight war, als wir, wie im Reiseführer versprochen und trotzdem nicht für möglich gehalten, Kinder mit Wasserbüffeln spielen und auf ihnen reiten sahen. In diesem Moment beschloss ich, auf jeden Fall noch einmal in dieses Land, das ich bis zu diesem Zeitpunkt ja noch fast gar nicht kannte, wiederzukommen, um mit mehr Zeit noch einmal diese wunderschöne grüne Landschaft und traditionelle Landwirtschaft zu erleben.

Natürlich boten sich auch immer wieder ganz andere Szenen- etliche zerstörte Gebäude und Ruinen säumten die Straße.

Dank einiger Pannen und Staus kamen wir mit vier Stunden Verspätung nach 28 Stunden Fahrt an. Unsere Unterkunft in der Altstadt Hanois kostete uns 5 Dollar pro Person und Nacht inklusive Frühstück, war die günstigste, die wir finden konnten und für unsere Verhältnisse recht luxuriös.

Am nächsten Tag wandelten wir bei angenehm kühlen Temperaturen durch die hübschen Gassen der Altstadt und waren vor allem von der Flaggen-Dichte, den dutzenden Verkäuferinnen in ihrer traditionellen Aufmachung

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und den Propaganda-Plakaten, die direkt unseren Geschichtsbüchern zu entstammen schienen,

 

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begeistert.

Außerdem entspannten wir uns am wirklich so genannten Chiemsee, redeten eine ganze Weile mit zwei vietnamesischen Studenten, die ihr Englisch aufbessern wollten und besuchten eine kleine Insel mit einer buddhistisch, taoistisch, konfuzianistischen Tempelanlage in der Mitte des Sees, welcher eine Riesenschildkröte beherbergt, die die zentrale Figur einer lokalen Legende ist.

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Diese Legende wurde zusammen mit der Darstellung traditioneller Feldarbeit und Tänzen den vier heiligen Tiere (Einhorn, Phönix, Drache und Schildkröte) im Wasserpuppen-Theater, welches wir am Abend besuchten, aufgeführt. Von dieser, aus dem Norden Vietnams stammenden und mit traditioneller Musik unterlegten Theaterkunst, war ich wirklich begeistert 🙂

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Abends schauten wir uns noch eine christliche Kathedrale an und bekamen sogar einen Teil des Gottesdienstes auf vietnamesisch mit.. wirklich interessant, nach dem wir so viele Monate lang nur buddhistische und taoistische Tempel angeschaut hatten.

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Zu Abend aßen wir die erste typisch vietnamesische Nudelsuppe „pho“ (fö ausgesprochen).. sehr lecker 🙂

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Den darauffolgenden Tag begannen wir damit, uns den einbalsamierte Leichnam Ho Chi Minhs, der sich eigentlich eine Feuerbestattung gewünscht hatte, anzuschauen. Da die Scharen von Einheimischen, die mit ihren Großfamilien kamen, stundenlang anstehen mussten und sich Ausländer recht weit vorne in die Schlange einordnen durften, bat uns ein Vietnamese, sich als unser Guide ausgeben zu dürfen, um mit uns kommen zu können 🙂

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Zum Glück sah der Tote im Mausoleum mehr aus wie eine Wachsfigur- kein Wunder, da er jedes Jahr für mehrere Monate nach Russland gebracht und aufbereitet wird.

Um uns noch einmal über die Person, deren sterbliche Überreste wir so eben gesehen hatten, zu informieren, besuchten wir das Ho Chi Minh Museum, welches allerdings mehr ein Propaganda Museum für den Kommunismus als informativ war.

Mittags aßen wir leckeres Gebäck in Reisbrei an einem beliebten Straßenstand.

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Nachdem wir uns noch einen schönen Chinesischen Tempel angeschaut und ein paar Souvenirs erstanden hatten, ging unsere Reise auch schon weiter.

Wir nahmen wieder einen Schlafbus in dem wir diesmal einen Platz zu dritt nebeneinander fanden.

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Ich konnte wieder kaum schlafen, da der Bus ständig über Schlaglöcher und Hubbel fuhr und man in die Luft katapultiert wurde. Erschöpft erreichten wir nach 14 Stunden Busfahrt Hue. Hier kostete uns die günstigste, luxuriöse Unterkunft wieder 5 Dollar- interessant, dass es hier nicht wie in Thailand auch billige Absteigen im schlechten Zustand gibt.

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In Hue verbrachten wir den Tag damit, uns die Imperial City anzuschauen, deren verbotene Purpurstadt

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uns nicht so begeisterte wie die vielen hübschen Innenhöfe und Gärten der äußeren Bezirke.

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An diesem Tag tranken wir auch unseren ersten vietnamesischen Kaffee, der danach zum Pflichtprogramm wurde: ein Glas frischer Kaffee mit Kondenzmilch und Eiswürfeln und dazu immer noch ein Glas Tee 🙂

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Am folgenden Tag reisten wir schon weiter nach Hoi An, dem Ort mit der einzigen Altstadt des Landes, die nicht im Vietnamkrieg zerstört wurde. Mit den Fahrrädern, die von unserer Unterkunft gestellt wurden, radelten wir durch die hübschen Gässchen entlang des Flusses und beschlossen, den verbleibenden Tag lang nur zu entspannen, Kaffee zu trinken und erst am übernächsten Tag weiterzufahren.

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Abends trafen wir uns noch mit der Mitfreiwilligen Zita und am nächsten Tag mit Anna und Katharina, der inzwischen zum zweiten mal im Urlaub ihr Handy gestohlen worden war.. wir bereuten den Kauf unserer Bauchtaschen wirklich nicht

Eigentlich muss man für viele Attraktionen des Ortes ein Ticket erwerben, so auch für die berühmte japanische Brücke, die einen kleinen Tempel beherbergt, den wir uns aber mit ein wenig Geschick auch ohne Ticket anschauen konnten 😉

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Zu Mittag aßen wir wieder einmal eines der leckeren Baguettes, die die Franzosen auch hier in Vietnam zurückließen.

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Dazu tranken wir dann noch einen frisch gepressten Zuckerrohrsaft, der hier an fast jedem Stand verkauft wird.

Was Hoi An außer den hunderten Laternen und vielen Tempeln noch beliebt macht, ist das kostenlose „Megawifi“, das einem im Ortszentrum richtig gutes Internet beschert 🙂

Woran ich mich allerdings gewöhnen musste, war der Rechtsverkehr, den wir ja auch in Laos schon gesehen hatten, der einen beim Fahrradfahren aber wirklich völlig irritierte.

Am nächsten Vormittag machten wir eine kleine Radtour, um einmal auch in Vietnam am Strand gewesen zu sein. Dieser war wirklich schön und das Wasser ganz im Gegensatz zu dem in Thailand wirklich kühl. Noch hübscher war allerdings der Weg, auf dem wir an Feldern, versandeten Gräbern und kleinen Kuhherden, die vom Motorrad aus getrieben wurden, vorbeifuhren.

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Unser letztes Essen in Hoi An nahmen wir am „Ratatouille-Stand“ ein.. der Reis mit allem möglichen leckeren Gemüse und Fleisch anbot und bei dem wir am Vorabend eine Ratte beobachtet hatten, die von den verschiedenen Speisen kostete.. an was für Anblicke man sich so gewöhnt in diesem Jahr 😉

Der Nachtbus, den wir nach Saigon, bzw. Ho-Chi-Minh-Stadt nahmen, hatte auch wieder keine Toilette an Bord und die Busfahrer sahen es natürlich trotzdem nicht ein, irgendwo anzuhalten. Immer wieder baten Fahrgäste um einen Stopp und bekamen jedes mal „ten minutes“ gesagt, Wir fuhren eine Ewigkeit an dutzenden Tankstellen mit Toiletten vorbei, die vor, in und nach jedem Ort angesiedelt waren. Dieses Spielchen spielte der Fahrer, bis der Bus schließlich liegenblieb, weil wir keinen Sprit mehr hatten.. dazu fiel mir echt nichts mehr ein..

Am nächsten morgen mussten wir in einen anderen Schlafbus umsteigen und unser im Gepäckraum irgendwie völlig durchnässtes Gepäck umladen. Dann lagen wir wieder bis abends im Bus, der dieses mal sehr schlechtes wifi hatte, wodurch wir vom Erdbeben in Nordthailand erfuhren.. zum Glück ist nichts wirklich Schlimmes passiert.

Die Vegetation veränderte sich zunehmend, je weiter wir in den Süden kamen. Aus grünem Urwald wurden sandige, staubige Flächen mit kargen Büschchen, unvorstellbar viel Müll und Gräbern.. ob und wie viel all dies mit dem Napalm-Bomben in diesem Gebiet zu tun hat, weiß ich leider nicht.

Tagsüber überholten wir etliche Ochsenkarren und als es schließlich wieder dunkel wurde, fuhren wir durch kleinere Ortschaften und konnten in die kleinen Häuser der vietnamesischen Landbevölkerung schauen, die um sieben Uhr alle mit der ganzen Familie auf dem Boden oder in Hängematten im Wohnzimmer saßen und Fernsehen schauten.

Wir kamen gleich im District One, der Innenstadt Saigons an. Nachdem wir uns ein paar Unterkünfte in den sehr schmalen verwinkelten Gassen des Distrikts angeschaut hatten, entschieden wir uns für ein winziges Zimmer für nur 3 Dollar und mit sehr sympathischen Vermietern. Zum Abendessen fanden wir eine sehr leckere, sehr große Nudelsuppe für nur 20,000 Dong (etwa 70 Cent).

Bei unglaublicher Hitze (ganz im Gegensatz zum Norden) besuchten wir eine Markthalle und betraten dann gleich zur Öffnungszeit das War Crimes Museum zum Vietnamkrieg. Drei einhalb Stunden später schloss das Museum und wir hatten es noch nicht einmal durch alle Ausstellungsräume geschafft. Ausgestellt wurden vor allem Fotos aus dem Krieg und deren Hintergründe- so erfuhren wir von vielen schockierenden Einzelschicksalen. In einem Raum wurden die grausamen Aus- und Nachwirkungen der Agent-Orange Verseuchung der Landschaft und Bevölkerung thematisiert. Man wurde allerdings auch die vielen Protestaktionen überall auf der Welt und auch in die Ablehnung des Krieges durch viele Amerikaner informiert.

Insgesamt ein sehr lohnenswerter, informativer und erschreckender Museumsbesuch.

Nachdem wir uns den schönen Jade-Tempel angeschaut

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und an einem winzigen Stand köstliche 15,000 Dong (50 Cent) Nudeln gegessen hatten,

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besuchten wir die Notre-Dame Kathedrale. Diese verströmte zwar das Gefühl einer französischen Kirche, doch irritierten einen die Flachbildschirme, Ventilatoren und Neon-Heiligenscheine ein wenig.

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Am nächsten Tag hieß es schon wieder: die restlichen Dong verbrauchen, denn nach einem leckeren Baguette mit Omelett zum Frühstück fuhren wir über die Grenze nach Kambodscha. Im sehr hübschen Grenzhäuschen mussten wir dann zum ersten mal unsere Fingerabdrücke hinterlassen und bekamen dafür ein sehr schönes Visa-On-Arrival- allerdings ließen sie mich irgendwie als Charlotte einreisen 🙂

Kambodscha ist eine kleines Königreich mit 14,9 Millionen Einwohnern. Auch dieses Land wurde von Frankreich kolonialisiert, es herrscht Rechtverkehr und die Währung ist um einiges schwächer als Baht: 1 Euro entspricht etwa 5000 kambodschanischen Riel. Dennoch fühlten wir uns hier gleich wieder viel mehr wie zu Hause. Dafür sorgten die vielen buddhistischen Tempel am Straßenrand, die Frauen in Wickelröcken und die Schrift, die der Thai-Schrift schon ein wenig ähnelt.

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Zunächst fuhren wir in die Hauptstadt Kambodschas- Phnom Penh. Hier machten wir eine Stadtrundfahrt

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mit einem TukTuk-Fahrer, der uns dann noch anbot für 30 Dollar Reis zu kaufen und armen Waisenkindern zu schenken, von denen man dann Bilder machen könnte, was wir natürlich ablehnten.

Später schauten wir uns noch den Königspalast, der dem in Bangkok ziemlich ähnelte, an.

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Nach dem Abendessen

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trafen wir noch die Mitfreiwilligen Benni und Torsten auf dem Markt 🙂

Die Fahrt nach Siem Reap am nächsten Tag sollte eigentlich sechs Stunden dauern und verlängerte sich ob einer Panne um drei Stunden. Gleich nach der Ankunft kam ein Mann mit einem „Welcome Katharina Amelung“-Schild auf uns zu- der Abholservice, der im Preis inbegriffen war. Er brachte uns zu einer sehr schönen Unterkunft für 5 Dollar pro Person- ein Preis an den wir uns inzwischen gewöhnt hatten.

Am nächsten Tag kauften wir abends ein Tagesticket für Angkor Wat für den nächsten Tag, welches uns aber zusätzlich berechtigte, uns an diesem Abend den Sonnenuntergang in der Tempelanlage anzuschauen. Wir radelten also zum Haupttempel und suchten dort verzweifelt nach dem Gewässer, in dem sich dieser spiegeln sollte. Tatsächlich stellte sich heraus, dass es sich um einen total versifften Tümpel handelte, in dem eine Spiegelung eigentlich unmöglich schien, auf den Bildern aber richtig toll wirkte.

Am nächsten morgen kehrten wir an die gleiche Stelle zurück um uns den Sonnenaufgang anzuschauen.

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Mit 4,5 Liter Wasser im Fahrradkorb begannen wir dann die Besichtigung der weitläufigen Tempelanlage. Bis sieben Uhr morgens waren die Temperaturen in Ordnung, dann holten wir unsere „Sonnenschirme“ heraus, denn es wurde sehr schnell sehr heiß.

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Mit vielen Pausen schafften wir es, obwohl uns von allen Seiten davon abgeraten wurde, alle gut erhaltenen Tempel anzuschauen, ohne uns ein TukTuk zu mieten, wie es fast alle anderen Touristen taten. So brauchten wir nur einen Tag (sehr praktisch, da der Eintritt sehr teuer war) und konnten uns da Zeit lassen und da beeilen, wo wir es wollten. Die Tempel waren wirklich atemberaubend und völlig anders als die, die wir in thailändischen Tempelanlagen wie Sukhothai oder Kamphaeng Peth gesehen hatten, die immer ebenerdig und buddhistisch gewesen waren. Hier waren die Tempel hinduistisch und/oder buddhistisch und bei vielen musste man etliche unregelmäßige, hohe Stufen erklimmen, die in der Mittagshitze noch anstrengender als das Fahrradfahren waren. Besonders gut gefiel mir der Haupttempel, der mit den vielen Köpfen und der „Tomb-Raider“-Tempel mit den vielen Bäumen, die auf den alten Gemäuern wuchsen.

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Einen Tempel schauten wir uns im Regen an, konnten unsere Schirme so auch noch als Regenschirme verwenden und dann von den angenehm abgekühlten Temperaturen profitieren.

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Wir blieben bis zum Sonnenuntergang und fuhren dann völlig erschöpft die sechs Kilometer zurück in die Stadt, wo wir unsere letzten Dollar und Riel fürs Abendessen zusammenlegten.

Die Busfahrt zur thailändischen Grenze am nächsten Tag war wirklich lustig, da wir uns am Anfang über die Krater-ähnlichen Schlaglöcher in der Straße lustig machten und dann feststellen mussten, dass dieser asphaltierte Teil der Strecke noch der bessere gewesen war- denn bald fuhren wir nur noch auf ultra staubigen Kieswegen. Zudem waren der Fahrer und Beifahrer richtig gut gelaunt und scherzten mit uns herum 🙂

Die Grenze befand sich dann unmittelbar an einem belebten Kreisel.

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Wir mussten eine gefühlte Ewigkeit anstehen und dann auf der anderen Seite noch viel länger auf unseren Minivan nach Bangkok warten. Diese Fahrt war leider nicht so angenehm, obwohl wir endlich wieder im vertrauten Linksverkehr fuhren. Zwischendurch platzte unser Reifen und musste ausgewechselt werden, außerdem wurde Hannah und mir ziemlich schlecht. Den größten Fehler begingen wir, als wir uns bei einer Pause einen Kaffee kauften, der wohl nicht mehr gut war.. als wir in Bangkok ankamen, ging es uns allen ziemlich schlecht. Wir schafften es am Abend fast nicht, das leckere Curry zu essen und in der Nacht konnte ich kaum ein paar Stunden schlafen.

Zum Glück ging es uns nach einem leckeren Sticky Rice mit Mango Frühstück

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und im Laufe des nächsten Tages besser und wir konnten den letzten Tag der Reise noch beim Shoppen bei unglaublicher Hitze auf der Khaosan-Road genießen.

Die dreizehnstündige Nachtfahrt mit Mitternachts-Essens-Stop auf dem Weg nach Mae Sai war uns ja schon vertraut und verging ziemlich schnell.. und schon waren wir wieder zu Hause 🙂

Jetzt erst mal Glückwunsch an die, die es durch diese sieben Seiten geschafft haben 😉

Morgen fahren wir drei wieder los, um das Wochenende in Chiang Mai zu verbringen. Dazu und zu den ersten Wochen im neuen Schuljahr, Wasserknappheit und dem ersten Monsun-Regen (den ich hautnah auf dem Fahrrad miterlebte) dann bald mehr 😀

Ich wünsche euch ein ganz ganz schönes Wochenende!

Liebe Grüße aus dem 40 Grad heißen Mae Sai,

Eure Kathai 🙂

In und um Chiang Rai :)

Nun bin ich seit zwei Tagen zurück in Mae Sai und schon fühle ich mich wieder wie zu Hause- eigentlich war das schon der Fall, als wir vor ein paar Tagen die Grenze nach Thailand überquerten. Bevor ich euch allerdings von dem wunderschönen Urlaub in Laos, Vietnam und Kambodscha berichte, möchte ich noch kurz von der Chiang Rai Tour erzählen, die Petra, Hannah, Hannahs Mutter und kleiner und Bruder und ich am 24. April machten.. so gewinne ich außerdem ein bisschen Zeit, um den etwas ausführlicheren nächsten Bericht fertigzustellen 😉

Einige andere Freiwillige hatten schon eine Tour mit diesem Guide gemacht und gaben mir seinen Facebook-Kontakt über den ich dann alles mit ihm Besprach.

Unser erster Halt war eine der Hauptattraktionen Chiang Rais- der weiße Tempel. Diesen hatte ich ja zu Beginn meiner Zeit hier schon einmal besucht ( siehe den Blogeintrag „“), doch in den letzten Monaten sind die Arbeiten am Tempel und vor allem an den Wandmalereien schon weit fortgeschritten, was wirklich interessant anzusehen war (allerdings soll er jetzt während der jüngsten Erdbeben schwer beschädigt worden sein..).

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Als nächstes fuhren wir zum schwarzen Haus, das sich als Gelände mit über vierzig schwarzen Häusern im gleichen sehr interessanten Stil aber in verschiedenen Größen und Ausführungen entpuppte.

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Die Häuser mit den schönen Holzschnitzereien im Lana-Stil gefielen mir sehr.

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Dass die Lieblingsfarbe des Künstlers, in der er jedes Gebäude gestaltet hatte, schwarz war, überraschte einen nicht, wenn man sich anschaute, womit die Häuser geschmückt waren: Schädel, Knochen, Hörner, Fell, Haut, Federn und Zähne von den unterschiedlichsten Tieren. Diese wurden auf Tischen präsentiert, gekonnt grotesk in Szene gesetzt oder zu skandalösen Möbelstücken verarbeitet. Ich wusste nicht, wie ich mich dabei fühlen oder was ich davon halten sollte.

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Nun stand eine einstündige Bootsfahrt auf dem Mekong an. Bei einem Elefantencamp gingen wir wieder an Land. Gleich durften Petra und ich uns auf einen 39 jährigen Elefanten namens Tdi setzen. Ich war völlig baff, wie weit man vom Boden entfernt war und wie stark der Sitz auf dem Rücken des Elefanten bei jedem Schritt vor und zurück schaukelte. Nach einer kurzen Strecke an Land liefen die Elefanten in den Fluss und wateten gemächlich durchs Wasser. Petra und ich spannten Sonnenschirme auf, da es inzwischen über 40 Grad heiß war, und konnten das Gefühl, wie europäische Kolonialdamen auszusehen, nicht abschütteln. Irgendwann bot mir der Elefantenführer an, mit ihm Plätze zu tauschen und so setzte ich mich in Tdis Nacken. Zu Beginn hatte ich große Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, doch nach kurzer Zeit gewöhnte ich mich an das Gefühl und hatte große Freude daran 🙂

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Zum Abschied fütterten wir ihm ein paar Bananen und Maiskolben,

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dann fuhren wir selbst zum Mittagessen- Curry mit Gemüse und Hähnchen, Papaya-Salat, Wassermelone und Ananas.. sehr sehr lecker 🙂

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Nun war der angekündigte Teil des Programms vorbei, doch die Tour noch lange nicht. Wir fuhren durch eine Teeplantage und liefen dann ein wenig durch den Regenwald

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zu einem schönen Wasserfall, wo wir einige Minuten Rast machten und der Guide uns allen Bambus-Ringe flocht.

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Dann wanderten wir weiter bis zu einem Akha-Dorf um anschließend mit dem Auto weiter zu einem Dorf der Lisu (ein anderer Bergstamm) zu fahren in dem die Kinder erstaunlich gut Englisch sprachen und einige sehr zutraulich waren. Hier tranken wir dann Dschungel-Tee aus Bambusbechern, während es langsam dunkler und kühler wurde. Echt gut, denn unser letzter Halt war eine heiße Quelle.. mittags kann man das 40 Grad warme Wasser bestimmt gar nicht von der Außentemperatur unterscheiden. Inzwischen war es vielleicht auf 30 Grad abgekühlt. Während wir unsere Füße wärmten bekamen wir von unserem Guide noch ein Taro-Kokos-Eis geschenkt 🙂

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So ging ein richtig schöner, erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

In unserer Unterkunft entdeckten wir abends ein Angebot für ein günstiges Kombiticket mit Bus- und Boots-Fahrt von Chiang Rai nach Luang Prabang- unserer ersten Station in Laos. Kurzentschlossen buchten wir das Ticket und mussten so am nächsten Tag schnell zurück nach Mae Sai fahren, packen und dann ein paar Stunden später wieder nach Chiang Rai zurückkommen. So begann schon am Nachmittag des 25. Aprils unser drei Länder Urlaub. Nächste Woche dann mehr zu 28 stündigen Busfahrten, Kindern, die auf Wasserbüffeln reiten, einer atemberaubenden Tempelanlage und vielem mehr.

Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche!!

Eure Kathai 🙂

Viel Sonne, viel Strand und ganz viel Wasser: Krabi, Kho Phayam und Bangkok

Drei Wochen dieses Sommerurlaubs sollten ganz dem Süden, den Stränden und der nötigen Abkühlung gewidmet werden. Zu diesem Zweck fuhren Petra, Jonas, Susi und ich am 24. März mit dem Nachtbus von Mae Sai nach Bangkok.

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Während des Mitternachtstops (den wir während des Oktober-Urlaubs zum ersten mal miterlebt hatten) tauschte ich diesmal mein Busticket gegen ein leckeres und scharfes Curry ein.

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Danach schlief ich erstaunlich gut, bis ich morgens von den sanften Klavierklängen eines meiner Lieblingsstücke Yirumas geweckt wurde. In der Hauptstadt angekommen bekamen wir gleich ein Anschlussticket nach Krabi, im Süden Thailands. So folgten auf zwölf Stunden Busfahrt weitere elf Stunden- nur dass diese einem im wachen Zustand und tagsüber noch viel viel länger vorkamen.

Als wir abends endlich ankamen, wurden wir gleich von Ingo, Hannah, Hannahs Bruder Dani und Hannahs Freundin Melanie empfangen, die netterweise schon Zimmer für uns organisiert hatten.

In unserer großen Achtergruppe gingen die Meinungen zum Tagesprogramm und die Budget-Vorstellungen durchaus auseinander, doch stimmten wir uns immer ganz gut ab. Außerdem fand man zu acht immer schnell günstige Verkehrsmittel.

So fanden wir an einem Tag auch gleich jemanden, der uns zum Tiger-Tempel fuhr. Der Name suggeriert zwar, man treffe dort vielleicht auf Raubkatzen, doch der hier einst heimische Tiger ist schon vor etlichen Jahren umgesiedelt. Der Tempel liegt in einer Höhle, ist aber ansonsten nicht sehr spektakulär.

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Die eigentliche Attraktion befindet sich 1,237 steile Treppenstufen darüber. Den Berg in dieser Hitze und Luftfeuchtigkeit zu besteigen brachte mich und einige andere an unsere physischen Grenzen- es war einfach unvorstellbar anstrengend. Endlich oben angekommen wurde man dann mit einer schönen Aussicht, einem goldenen Chedi, einem großen Buddha

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und kostenlosem Trinkwasser belohnt. Die Hauptattraktion war aber ein ebenso riesiger wie unspektakulärer Fußabdruck Buddhas.

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An einem anderen Tag machten wir einen Tagesausflug an den Railay-Beach. Wir machten vorher mit einem Longtail-Boot Fahrer einen günstigen Preis aus und ließen uns dann nach acht Stunden wieder abholen. In dieser Zeit lagen wir an dem schönen, sauberen Strand, spielten Wasserball, cremten uns immer wieder ein und verbrannten uns trotzdem alle.

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An einem ruhigen Mittag machten wir außerdem eine kleine Bootstour durch die Umgebung. Zunächst hielten wir an einer Höhle mit riesigen Fledermäusen, die man zwar hörte und roch, in der Dunkelheit aber nicht sah. In der angrenzenden, noch größeren und sehr pittoresken Höhle mit ein wenig Lichteinfall sahen wir dann doch ein paar von ihnen.

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Der nächste Halt war eine Fisch-Farm in der uns im Schnelldurchlauf alle dort gezüchteten Fischsorten von kleinen bunten Fischen mit hübschen Flossen, bis zu Hai-ähnlichen Fischen, die 20 Kilo wiegen konnten, gezeigt wurden. Ganz besonders stolz war man darauf, uns einen armen Kugelfisch zu demonstrieren, diesen aus dem Wasser zu holen und heftig zu schütteln, bis er seine charakteristische Kugelform annahm..

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Einen Tagesausflug machten wir auch nach Phuket-Town. Hier suchten wir in kleinen Gassen nach den typischen Häusern im kolonialen Stil, die sehr hübsch aber leider rar waren.

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Ansonsten besichtigten wir einige Tempel, und nicht wie sonst nur buddhistische, sondern auch einige thaoistische Schreine und Tempel. Darunter auch den, der dem Gott der Vegetarier gewidmet ist.

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Auch Krabi selbst erkundeten wir, schauten uns das Wahrzeichen des Ortes- eine große Krabbe- an und wurden sogar Zeugen einer der berüchtigten Demonstrationen der Opposition, die von Hausfrauen und älteren Damen mit ihren Enkeln angeführt wurde.

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Zu siebt machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserem nächsten Stop, denn Dani musste zurück nach Deutschland. Nach einer sehr unangenehmen Busfahrt kamen wir in Ranong an, verhandelten am Pier mit einer Frau und organisierten uns so gleich eine günstige Unterkunft für die nächste Woche. Dann setzten wir mit dem Speed Boat nach Kho Phayam über. Diese kleine, recht untouristische Insel ist komplett Auto-frei, weshalb wir zu unserer Unterkunft gleich eines der typischen Motorrad-Taxis nehmen mussten.

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Die einzige, schmale Straße der Insel führte quer durch den Regenwald und war in einem atemberaubend schlechten Zustand. Wir kamen dennoch wohlauf am Long Beach an. Dieser hatte sich seinen Namen redlich verdient- er schien nie zu enden und war zudem auch noch sehr breit, sodass man bei Ebbe gefühlt minutenlang laufen konnte, bis man ans Wasser kam.

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Während sich Jonas und Ingo einen Zweierbungalow teilten, schliefen wir fünf Mädchen gemeinsam in einem geräumigen, sehr hübschen Rund-Bungalow.

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Zum Glück verstanden wir uns alle sehr gut und es gab nicht einmal streit darüber, wer sein Handy oder seine Kamera an der einzigen Steckdose, die zudem nur zwischen 18 und 24 Uhr Strom bekam, laden durfte. Wo ich gerade bei Strom bin- falls ihr das Wort „Stromausfall“ aus meinem letzten Eintrag schon vermisst: Wir erlebten in Krabi den ersten Regen, der dort seit fünf Monaten gefallen war und damit verbunden auch gleich den ersten großen Stromausfall in diesem Jahr und auch auf Kho Phayam, wo es jeden Abend gewitterte und jede Nacht regnete, bekamen wir einen Stromausfall mit 🙂

Die Tage auf der tropischen Insel verbrachten wir sehr entspannt: Ausschlafen, Lesen, Sonnen, Essen, Sonnen, Schwimmen und Schlafen 😉

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An einem Tag mieteten wir uns Roller und fuhren zu einem anderen Strand in der Buffalo-Bay.

Zu Abend aßen wir entweder in unserer Unterkunft oder liefen gefühlt ewig den Strand entlang bis zu einem sehr schönen Restaurant,

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dass von einer Schweizerin betrieben wurde,die ein sehr leckeres vegetarisches Curry machte (ich hatte beschlossen mal ganz Fleisch-freie zehn Tage einzulegen, was keine sehr große Umstellung aber lecker und tendenziell preiswerter war)

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und von dessen Terrasse aus man den malerischen Sonnenuntergang bewundern konnte. P1100340

Unser nächster und letzter Stop war dann Bangkok. Hier verabschiedeten wir uns gleich von Susi, die sich mit ihrer Familie traf und dann von Melli, die nach Hause flog.

So waren es nur noch Jonas, Ingo, Petra, Hannah und ich die gemeinsam das Museum of Siam, ein im Reiseführer zurecht angepriesenes, sehr modernes und interaktives Museum zur Geschichte Thailands besuchten. Als erwachsene Ausländer hätten wir eigentlich 300 Baht pro Person zahlen müssen, doch da meine Krankenkassenkarte wieder einmal als aktueller Schülerausweis durchging und wir mehr als vier Leute waren, kostete es uns nur 25 Baht (etwas über 50 Cent) pro Person.

Im ersten Raum wurde ausgestellt, was „Typisch Thai“ war.

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Es gab viele Karten und Texte.

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Aber man konnte zum Beispiel auch selbst mit einem Pinsel auf einem Bildschirm herumwischen und so alte Vasen und Töpfe ausgraben.

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Im nächsten Raum konnte man die ersten Handelsbeziehungen in Südostasien hautnah erfahren, in dem man in einem Computerspiel in die Rolle eines Händlers schlüpfte.

Und selbst die Kriege wurden einem (vielleicht etwas zu) spielerisch nähergebracht.

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Neben vielen Ausstellungsstücken und Modellen gab es auch immer wieder große Bildschirme mit kurzen informativen Filmchen, die in Thai-Manier mit übertriebenen, Fremdscham-hervorrufenden Witzen und Soundeffekten gespickt waren.

Was für die Thais natürlich auch nicht fehlen durfte, war die Möglichkeit, Bilder zu machen und so konnte man die typischen Hüte der Reisbauern anprobieren,

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ein Bild mit der thailändischen Miss Universe

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und in den Hüten des sich modernisierenden Thailands machen.

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Als wir im dritten Ausstellungsraum feststellten, dass bereits eine Stunde vergangen und noch siebzehn Räume vor uns lagen, gingen wir das Ganze etwas zügiger an und waren nach drei Stunden fertig 🙂

Nun befand sich Bangkok während unseres Aufenthalts in einem Ausnahmezustand, denn es wurde Songkran gefeiert- das thailändische Neujahr. Eigentlich dauert dieses Fest drei Tage (welcher Tag denn dann der erste des neuen Jahres sei, konnte mir niemand beantworten), doch schon einen Tag davor und ein paar Tage danach wurde wild gefeiert. Zu diesem Zweck standen überall in der Stadt Stände, an denen man Wasserpistolen jeder Größenordnung, Eimerchen und Schalen kaufen und für fünf Baht auffüllen konnte.

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Den ganzen Tag lang wurde man von allen Seiten mit Wasser bespritzt und übergossen, sodass kein Kleidungsstück je lange trocken blieb. Je später es wurde, desto mehr war los und desto mehr Verkäufer machten auf ihre wasserdichten Wertsachen-Taschen aufmerksam. Wir packten alle unsere Handys in Plastiktüten ein und ließen die Kameras gleich im Hostel- daher auch leider nicht viele Bilder 😦

Nachmittags machte es am meisten Spaß durch die Straßen zu laufen, denn da war schon viel los und man wurde garantiert völlig durchnässt- spätestens wenn einen der dritte Eimer mit Eiswasser über den Kopf gegossen wurde. Die Thais, von denen erfreulicherweise auch richtig viele in der touristischen Gegend unterwegs waren, liebten es am allermeisten, einem mit einer grauen Paste aus aufgelöstem Baby-Puder anzumalen- wahrscheinlich als Ausrede, um einmal das Gesicht eines Ausländers anzufassen. Abends war es dann in und um die Khaosan-Road so voll, dass man nur noch eingequetscht herumstand und sich vorandrängen musste- die Stimmung war trotzdem unbeschreiblich gut 🙂

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Die meisten Geschäfte hatten an diesen Tagen zu und es herrschte ein allgemeines Verkehrschaos. Während man stundenlang im Stau stand, wurde man auch im Bus pitschnass, da man einige Fenster nicht schließen konnte und es Passanten besonders großen Spaß machte, auf die wehrlosen Passagiere zu zielen.

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Besonders gemein war es natürlich, wenn von Pick Ups aus Eimer auf vorbeifahrende Motorradfahrer geleert wurden oder die Feuerwehr sich einmischte..

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Mir machte das Ganze große Freude- nur hätte ich gerne noch mehr davon erlebt und wäre öfter und vielleicht mit mehr und motivierteren Leuten unterwegs gewesen, die nicht gleich vom Wasser genervt waren.

Jonas und Hannah waren bald auch mit ihren Familien unterwegs und so blieben nur noch Ingo, Petra und ich. Von Montag auf Dienstag fuhren Petra und ich dann nach Mae Sai zurück, während Ingo in Bangkok auf seine Mutter wartete.

Neben Wäsche-Waschen, Bilder-Sortieren und Tagebuch-Nachholen machten Petra und ich auch einen Tagesausflug nach Chiang Rai um dort zum zweiten mal ins Kino zu gehen. Wir konnten zwischen Rio2, Morkoktuba2, Captain America2 und Noah wählen. Da ich ungerne Fortsetzungen von mir unbekannten Filmen schaue, kauften wir uns zwei Karten für Noah und leckeres Cheesy-Popcorn.

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Der Film war wirklich unterhaltsam- irgendwann fiel mir aber auf, dass Petra und ich wohl die einzigen beiden im Kino waren, die wussten, dass der „Creator“, von dem hier die Rede war, der Gott der Christen und die Geschichte Noahs tatsächlich eine Bibelgeschichte und das Ganze nicht irgendein Weltuntergangs-Film war..

Gestern veranstalteten Petra und ich noch eine kleine Ostereier-Suche mit den Schoko-Eiern und Häschen, die ich tollerweise geschickt bekommen habe 🙂

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Also ich wünsche euch allen ganz ganz frohe Ostern!

Liebe Grüße,

Eure in drei Monaten heimkehrende (!!!) Kathai 🙂