Abschied nehmen

In vier Tagen verlasse ich Thailand.. ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin völlig hin und hergerissen zwischen Vorfreude und Traurigkeit und das wird wohl bis zum Abflug am Samstag so weitergehen.

Da ich das ganze Jahr über recht ausführlich berichtet habe, halte ich nun einen kleinen Abschiedseintrag für angebracht. Allerdings bin ich mitten im Pack- und Abschiedsstress, weshalb dieser Text vermutlich weder lang noch schön werden wird- eigentlich nicht schlimm, da ich euch von den aktuellen Ereignissen sowieso lieber persönlich berichten möchte 🙂

 

Der Abschied in der Schule und im Kindergarten lief Etappenweise und etwas konfus ab, da plötzlich viele meiner letzten Stunden mit den Klassen ausfielen und wir auf einmal gebeten wurden, in dieser Woche, die wir eigentlich frei bekommen hatten, noch einmal zu kommen.

Nach der kleinen Abschiedsfeier besuchte ich letzte Woche Mittwoch auf Grund eines weiteren buddhistischen Feiertags noch mit meinen Kindergarten-Kindern einen großen Tempel in Mae Sai.

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Nach dem Ausflug stand dann der Abschied an. Nachdem ich morgens beim Anblick der süßen, spielenden Kinder weinen musste, lachte ich mit den Kindern, während sich diese von mir verabschiedeten- sie mir waiten und mich kichernd und unbeholfen umarmten. In diesem Hinblick konnte ich mich der Thai Kultur wirklich nicht anpassen- ich finde es einfach nicht befriedigend, mich mit einem Wai, dem Aneinanderlegen der Handflächen auf Brusthöhe, womöglich für immer von jemandem, den ich wirklich gerne mag, zu verabschieden. Deshalb freute ich mich so sehr, als meine liebe Kindergartenlehrerin Khru One mich von sich aus umarmte- und musste doch auch weinen.

Am Donnerstag ging ich dann mit meinen Drittklässlern in den Tempel 🙂

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Erst heute verabschiedete ich mich wirklich von den Lehrern und Schülern an der Schule und hielt beim Morgenappell eine kurze Rede auf Thai, um mich zu bedanken und zu verabschieden. Dann lief ich durch meine Klassen, schenkte den Kindern Kekse und Winnie-Pooh Stifte und erhielt mein Zertifikat.

Den Abschied von der WG zögerten wir alle so lange wie möglich heraus- hatten zwei richtig schöne Abschiedsfeiern, weil eine einfach nicht genug war und verbrachten in den letzten Wochen sehr viel Zeit zusammen auf dem Gemeinschaftsbalkon.

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An diesem Wochenende mussten wir uns schon von vielen Freiwilligen verabschieden, sahen aber auch ein paar wieder, denn Zita, Hannah und ich fuhren zusammen nach Bangkok und feierten auf der Khaosan-Road unseren Weltmeister-Titel.

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Der Abschied von Thailand wird auch richtig schwer werden. Gerade in den letzten Monaten und Wochen habe ich das Gefühl bekommen, dieses Land, die Menschen und die Kultur wirklich zu verstehen: mein Thai ist gut genug, um mich nicht mehr nur zu verständigen, sondern auch zu unterhalten. Ich werde die großen, bunten Märkte, den schrecklichen Geschmack der Thais, das sorglose Rollerfahren, das geniale Thai-Essen, dass ich erst jetzt richtig zu schätzen weiß, die freundlichen Polizisten, die einen selbst nach einer zwölfstündigen nächtlichen Busfahrt bei der Passkontrolle „very beautiful“ nennen, die kitschigen Thai-Schnulzen, die Tempel an jeder Straßenecke, die beliebten Feuerwerkskörper bei Tageslicht, die Plastiktüten in denen ausnahmslos alle Speisen und Getränke transportiert und verkauft werden können, die billigen Preise, das Pick-Up Fahren, die vielen Straßenstände und noch so viel mehr vermissen.

Einer der schwersten Abschiede wird wohl der von meiner Zimmerpartnerin und neu gewonnen, sehr guten Freundin sein. Als ich mit Hannah ins Zimmer kam, kannte ich sie noch überhaupt nicht- konnte mich nicht einmal daran erinnern, sie beim Vorbereitungsseminar gesehen zu haben. Nie hätte ich gedacht, dass wir uns so gleichen und ergänzen würden und wir selbst nach zwölf Monaten des ständigen Quatschens und Kicherns noch etwas zu besprechen und lachen haben würden 🙂

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Nun gehe ich mal nach Hause in die WG- so lange sie noch mein zu Hause ist..

 

Super liebe Grüße und bis ganz ganz bald,

Eure Kathai 🙂

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2 thoughts on “Abschied nehmen

  1. Awww Kathi, jetzt stehen mir schon die Tränen in den Augen vor Abschiedsschmerz von diesem wundervollen Blog und dieser anderen Welt! Und vor Wiedersehensvorfreude!!!
    Das ist übrigens ein suuuper hübsches Bild von euch beiden! Genießt eure letzten Tage und kommt wohlbehalten zurück ins Weltmeisterschland 😉

  2. Liebe Kathi,

    Alles Liebe zum Geburtstag wünscht Dir Helga.

    Ich werde Dir am Wochenende wahrscheinlich persönlich gratulieren können. Benni freut sich schon so, als ob es sein eigener Geburtstag wäre.

    Viele Grüße auch an Paulina und eine möglichst erträgliche Reise am Freitag.

    Helga Wiest Elmblick 13 38122 Braunschweig

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